Ein Moscow Mule besteht aus drei Dingen: Wodka, Ginger Beer und Limette. Kupfer kommt in dieser Liste nicht vor. Der Becher stammt aus einem Handel, den in den 1940er Jahren in New York ein Barkeeper mit einer Frau schloss, die auf einem Lager unverkaufter Kupferbecher saß. Wäre es nur ein Werbetrick, hätte er keine achtzig Jahre überlebt. Der Drink verhält sich im Metall wirklich anders.
Warum der Becher beschlägt
Kupfer leitet Wärme rund vierhundertmal besser als Glas. Sobald Eis und kaltes Ginger Beer drin sind, verteilt sich die Kälte durch die ganze Wand; die Außenseite fällt binnen Sekunden auf fünf bis sechs Grad, und die Luftfeuchtigkeit schlägt sich darauf nieder. Der Becher überzieht sich außen mit weißem Beschlag. Dasselbe Getränk im Glas kühlt nur die Innenseite, außen bleibt es zimmerwarm.
Die gleiche Leitfähigkeit wirkt in beide Richtungen. Umfasst die Hand den Becher, staut sich die Wärme der Handfläche nicht an einer Stelle, sondern verteilt sich über den ganzen Körper. Am Glas findet man die Finger an den warmen Stellen wieder, am Kupfer nicht.
Der Duft
Die eigentliche Arbeit im Mule leisten Ingwer und Limettenschale. Der Kupferbecher hat eine enge Öffnung, einen nach außen gerollten Rand und nirgends eine durchsichtige Fläche. Legt man einen Minzzweig hinein, sammeln sich die ätherischen Öle unter diesem Rand, und man nimmt sie wahr, sobald die Nase näher kommt. Im weiten Glas verfliegt derselbe Duft schneller.
450 bis 500 Milliliter
Ein Standardbecher fasst 450 bis 500 ml, also etwa 16 Unzen. Das Rezept erklärt warum: 50 bis 60 ml Wodka, 120 bis 150 ml Ginger Beer, der Saft einer halben Limette und Eis bis oben. Ohne volle Eisfüllung fällt der Drink auseinander. Bei einem 300-ml-Becher muss man entweder am Eis oder am Ginger Beer sparen.
Innen muss verzinnt sein
Ein Mule ist sauer; Limettensaft und Ginger Beer bringen ihn zusammen auf etwa pH 3. Trifft Säure auf blankes Kupfer, lösen sich Kupferionen von der Oberfläche, das Getränk bekommt einen metallischen Beiton, und trinken sollte man das nicht. Deshalb wird der Becher innen verzinnt. Außen bleibt Kupfer, alle genannten Vorteile bleiben erhalten, und die Kontaktfläche ist neutral. Unsere Becher sind ausnahmslos innen verzinnt. Von billigen unverzinnten Bechern sollten Sie die Finger lassen.
Nichts Heißes hineingießen
Bei Hitze arbeitet dieselbe Leitfähigkeit gegen Sie. Füllen Sie 80 Grad heißen Tee ein, erreicht der ganze Becher samt Henkel binnen Sekunden eine Temperatur, bei der Sie ihn nicht mehr anfassen können. Der Kupferbecher ist ein Gefäß für kalte Getränke.
Pflege
Nicht in die Spülmaschine: Das alkalische Mittel nimmt außen den Glanz und greift innen das Zinn an. Nach dem Trinken mit warmem Wasser ausspülen und sofort abtrocknen, und keinen Limettensaft über Nacht darin stehen lassen. Wird die Außenseite dunkel, mit einer halben Limette und Salz abreiben, danach spülen und trocknen.











