Die Hamamschale ist das bekannteste Stück des türkischen Bades. Mit ihr schöpft man Wasser aus dem Becken und gießt es sich über die Schulter, während man auf dem beheizten Marmor sitzt. Die breite, flache Form liegt einhändig gut in der Hand, und der erhabene Buckel in der Mitte gibt den Fingern von unten Halt, damit die nasse Schale nicht wegrutscht. Die Motive werden von Hand gepunzt, meist Rumi-Ranken, Tulpen oder geometrische Muster.
Genau dieser Buckel ist übrigens der Grund, warum die Schale schwimmt statt zu sinken: Unter der Wölbung sitzt Luft. Kinder im Hamam entdecken das jedes Mal neu.
Eine übliche Hamamschale misst 16 bis 20 cm im Durchmesser und fasst etwa 700 bis 900 ml, also ungefähr eine Schöpfmenge. Sie wiegt leer 250 bis 400 Gramm. Größere Ausführungen ab 24 cm sind eher zum Dekorieren und Servieren gedacht, mit Wasser gefüllt wären sie einhändig kaum zu halten.
Da Kupfer im feuchten Raum schnell warm und ebenso schnell wieder kühl wird, nimmt die Schale die Temperatur des Wassers an, statt die gießende Hand zu verbrühen. Sie ist damit angenehmer als eine Schale aus Kunststoff, die sich immer kalt anfühlt.
Man schwitzt zuerst auf dem beheizten Marmorstein, dem Göbektaşı, bis sich die Poren öffnen. Danach folgt die Reibung mit dem Kese-Handschuh, anschließend der Schaum aus einem Leinenbeutel und zum Schluss das Übergießen mit der Schale. Kaltes Wasser kommt erst ganz am Ende dazu. Die Schale begleitet den gesamten Vorgang und ist am Ende das einzige Stück, das viele Besucher mit nach Hause nehmen.
Viele Kundinnen nutzen die Schale zu Hause zum Übergießen beim Duschen, für die Haarwäsche oder im Garten als Vogeltränke. Als Schale für Obst oder Seifen auf dem Waschtisch macht sie ebenfalls eine gute Figur.
Ein Bad ist dauerhaft feucht, deshalb dunkelt Kupfer hier deutlich schneller nach als im Wohnraum. Das ist erwartetes Verhalten und kein Mangel. Trocknen Sie die Schale nach Gebrauch ab und lassen Sie sie auslüften, statt sie auf dem nassen Boden stehen zu lassen. Seifenreste hinterlassen einen matten Film, den warmes Wasser löst; gelegentliches Polieren bringt die ursprüngliche Farbe zurück.