Unsere Cezve entstehen in unserer eigenen Werkstatt in Kahramanmaraş: Ein einziges Kupferblech wird über eine Form gehämmert, bis Boden und Wand aus einem Stück bestehen. Es bleibt keine Lötnaht, an der später etwas aufgehen könnte. Die feinen Hammerspuren am Korpus fehlen bei maschinell gepressten Kannen, kein Stück gleicht dem anderen exakt. Die Innenseite, die den Kaffee berührt, ist verzinnt, nach der überlieferten Methode: reines Zinn wird bei etwa 230 °C aufgeschmolzen und mit einem Wattebausch von Hand verteilt.
Das Blech ist je nach Größe 0,8 bis 1,2 mm stark. Eine Kanne für zwei Tassen wiegt damit rund 200 bis 260 Gramm, schwer genug, um sicher zu stehen, leicht genug, um sie einhändig vom Feuer zu ziehen. Griffe aus Holz oder Messing bleiben spürbar kühler als ein Griff aus massivem Kupfer, deshalb sind sie bei den Kochmodellen die Regel.
Türkischer Kaffee wird in Tassen gemessen. Eine Kanne für eine Tasse fasst etwa 90 bis 120 ml, für zwei Tassen 150 bis 200 ml, für vier Tassen 300 bis 350 ml und für sechs Tassen 450 bis 500 ml. Gefüllt wird nie bis zum Rand: Ein Fingerbreit bleibt frei, damit der Schaum aufsteigen kann, ohne überzulaufen. Für den Alltag nimmt man meist die Größe für zwei Tassen, für Gäste vier bis sechs. Als Maß gelten etwa 7 Gramm fein gemahlener Kaffee auf 70 ml kaltes Wasser, angesetzt bei kleiner Flamme, und der Sud darf nie richtig kochen.
Auf Gas und auf einer kleinen Elektro- oder Cerankochstelle arbeitet die Cezve hervorragend. Bei Induktion bleiben wir ehrlich: Kupfer ist nicht magnetisch und wird vom Induktionsfeld nicht erkannt. Ohne eingesetzte Stahlscheibe im Boden bleibt eine handgehämmerte Kanne auf dem Induktionsfeld einfach kalt. Eine Adapterplatte aus dem Handel löst das, kostet aber etwas Aufheizzeit und nimmt dem Kupfer einen Teil seiner Feinfühligkeit.
Kupfer leitet Wärme schnell und gleichmäßig, der Kaffee zieht bei kleiner Flamme und brennt nicht an. Nicht in die Spülmaschine geben: von Hand mit warmem Wasser und weichem Schwamm reinigen und sofort abtrocknen. Die Außenseite dunkelt mit der Zeit nach, das ist Patina, kein Mangel. Schimmert innen die Kupferfarbe durch, ist die Verzinnung abgenutzt und die Kanne gehört neu verzinnt. Wir machen das in der Werkstatt auch für Stücke, die längst nicht mehr neu sind, und für Kannen, die gar nicht von uns stammen.

Kannengröße, kaltes Wasser, kleinste Flamme und die Reihenfolge beim Schaumverteilen. Warum im Kupferkännchen drei bis vier Minuten reichen.
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Eine Cezve misst man in Tassen, nicht in Litern. Volumen pro Tassenzahl, Schaumreserve, Öffnungsweite, Griff, Wandstärke und Messen der eigenen Kanne.
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Muster, Verzinnung, Wandstärke und wie Staffelpreise wirklich zustande kommen. Wo sich Hersteller und Zwischenhändler bei fünfzig Stück unterscheiden.
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