Ein Samowar erhitzt das Wasser im unteren Körper, über Kohle oder mit einem Elektroheizstab, während der Tee in der Kanne darüber zieht. Kupfer hält die Wärme lange, der Tee bleibt stundenlang trinkfertig und muss nicht neu aufgekocht werden. Bei türkischen Doppelkannen enthält das größere untere Gefäß Wasser, das kleinere obere den Tee; beide sind innen verzinnt.
Beim klassischen Kohlesamowar zieht ein Rohr mitten durch den Wasserbehälter. Die Glut liegt in diesem Rohr, die Hitze wird also von innen an das Wasser abgegeben, nicht von unten. Genau deshalb kommt so ein Gerät erstaunlich schnell auf Temperatur und schmeckt der Tee nach Rauch, was viele daran mögen.
Für den Haushalt genügen 1,5 bis 3 Liter. Drei Liter ergeben etwa 20 bis 25 schlanke türkische Teegläser, die ince belli genannte Form fasst rund 110 ml. Für große Familien oder häufigen Besuch sind 5 Liter sinnvoll, für Café, Restaurant und Hochzeiten 7 bis 10 Liter. Die Literangabe bezieht sich immer auf den unteren Wasserbehälter, die Teekanne kommt hinzu und fasst meist ein Viertel bis ein Drittel davon.
Für türkischen Tee rechnet man zwei bis drei Teelöffel losen Schwarztee auf einen Liter Wasser in der oberen Kanne. Der Tee zieht dort zwanzig Minuten im aufsteigenden Dampf, ohne selbst zu kochen. Beim Einschenken mischt man ihn im Glas mit heißem Wasser aus dem unteren Behälter: Ein Drittel Tee auf zwei Drittel Wasser ergibt den mittelstarken Aufguss, den man in der Türkei tavşan kanı nennt, weil er dunkelrot durchs Glas leuchtet.
Bei Samowaren mit Hahn härtet die Dichtung mit der Zeit aus. Einmal jährlich gewechselt, tropft nichts, und der Wechsel dauert wenige Minuten. Kalk löst sich mit einer Mischung aus einem Teil Essig und drei Teilen Wasser, die man zwanzig Minuten stehen lässt und danach gründlich ausspült.
Nicht in die Spülmaschine, außen von Hand abwischen und trocknen. Das kleine Sieb im Ausguss der Teekanne setzt sich mit Teeblättern zu, deshalb nach jedem Gebrauch ausspülen. Wird der Samowar über den Sommer weggestellt, muss er vollständig trocken sein, sonst bilden sich innen Wasserflecken, die später auffallen.