Kein Stück zeigt Kupferarbeit so deutlich wie ein Tablett. Die weite ebene Fläche trägt jede Hammerspur und jedes gepunzte Motiv, dort kann sich niemand verstecken. Unsere Tabletts werden aus einem einzigen Blech getrieben, die Ränder von Hand umgelegt und verrundet, damit man sich beim Tragen nicht schneidet. Tabletts, auf denen Speisen stehen, sind verzinnt, rein dekorative dürfen blankes Kupfer bleiben.
Bei Blechstärken um 0,8 bis 1 mm wiegt ein rundes Tablett von 45 cm etwa 1,2 bis 1,5 Kilogramm. Das klingt viel, ist aber der Grund, warum sich die Fläche unter zwei vollen Teekannen nicht durchbiegt.
Tabletts von 25 bis 35 cm sind für das Tee- und Kaffeeservice gedacht und tragen bequem sechs Gläser mit Untertassen. 40 bis 50 cm bedienen den Familientisch. Ab 60 cm gehören sie zur traditionellen Bodentafel und zum Hochzeitsservice, dort werden sie auf einem niedrigen Gestell abgesetzt und ersetzen den Tisch. Ovale Formen passen besser auf schmale Konsolen, runde in die Mitte eines Esstisches.
Tabletts mit Fuß stehen etwa 15 bis 25 cm hoch. Bei gravierten Modellen wird das Motiv von Hand gepunzt, nicht gedruckt, und das Muster läuft am Rand oft nicht ganz symmetrisch zusammen. So arbeitet ein Mensch, und so soll es aussehen.
Ein großes rundes Tablett heißt auf Türkisch Sini. Auf ein niedriges Holzgestell gelegt wird es zur Tafel, um die herum die Familie auf Kissen sitzt und aus der Mitte isst. Ein Sini von 70 cm bedient sechs bis acht Personen, ab 90 cm auch zehn. Solche Stücke werden in Anatolien vererbt. Wir bekommen regelmäßig Tabletts in die Werkstatt, die zwei Generationen älter sind als der Kunde, der sie bringt, zum Ausbeulen und Neuverzinnen.
Heiße Kannen und Töpfe dürfen direkt abgestellt werden, Kupfer nimmt das ohne Weiteres. Von Hand mit warmem Wasser spülen und trocknen, nass belassen bilden sich dunkle Flecken, die sich später nur noch mit Politur lösen lassen. Dekorative Wandtabletts können hinten einen Aufhängering bekommen, sagen Sie uns das bei der Bestellung. Einmal im Monat Kupferpolitur erhält den hellen Glanz. Wer die Patina mag, lässt es einfach bleiben und wischt nur mit einem trockenen Tuch nach.

Verzinntes Kupfer darf unter 200 Grad in den Ofen, unverzinnte Tabletts gar nicht. Die Grenze setzt das Zinn innen, nicht das Kupfer.
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