Kupfer in Mengen einzukaufen ist etwas anderes, als ein einzelnes Stück zu kaufen. Das Tablett auf dem Foto gefällt Ihnen, die eigentliche Frage lautet aber: kommen alle fünfzig in dieser Qualität? Die meisten Probleme bei Firmenaufträgen entstehen aus Punkten, die am Anfang niemand angesprochen hat.
Zuerst ein Muster
Ein Katalogfoto sagt nichts. Bestellen Sie ein oder zwei Muster, nehmen Sie sie in die Hand, wiegen Sie sie. Dass ein Muster etwas kostet, ist üblich; ein seriöser Hersteller rechnet den Betrag beim Auftrag an. Drei Dinge prüfen Sie: Gewicht, die Verzinnung innen, die Verbindung von Rand und Boden.
Zinn und Wandstärke
Alles, was mit Lebensmitteln in Berührung kommt, gehört innen verzinnt. Halten Sie das Stück ins Licht: liegt die Zinnschicht gleichmäßig, hat sie sich am Boden gesammelt, sind an den Wänden Stellen frei geblieben? Verkaufen Sie ein unverzinntes Dekoteil nicht als Kochgeschirr, die Retouren bleiben an Ihnen hängen.
Die Wandstärke bestimmt den Preis stärker als alles andere. Für Dekoration reichen 0,6 mm; für Töpfe, Kannen und Tabletts im täglichen Gebrauch verlangen Sie 1 mm und mehr. Bei Hotel- und Gastronomieaufträgen bleiben Sie nicht unter 1,2 mm. Wer die Stärke nicht nennen kann, kennt sie nicht oder will sie nicht nennen.
Sind alle fünfzig gleich
Hammerschläge sind bei Handarbeit nie identisch, das erwartet auch niemand. Maß, Gewicht und Griffwinkel dagegen schon. Wir arbeiten innerhalb einer Charge mit 3 Prozent Gewichtstoleranz, bei Deckeln mit gar keiner: jeder Deckel muss auf jeden Korpus passen. Lassen Sie sich das schriftlich geben.
Wie Staffelpreise entstehen
Der Stückpreis sinkt mit der Menge, weil Formenbau, Maschineneinrichtung und Zinnbad einmalige Kosten sind. Bei 10 Stück liegen Sie nahe am Ladenpreis, bei 50 wird der Unterschied deutlich, ab 200 Stück stößt der Preis auf den Kilopreis von Kupfer und sinkt nicht weiter. Kupfer ist Börsenware, Angebote gelten deshalb meist 7 oder 15 Tage. Fragen Sie nach der Bindefrist.
Termine und Rechnung
Lagerware geht in 2 bis 3 Tagen raus. In Fertigung: 50 Stück 10 bis 15 Tage, 300 Stück 4 bis 6 Wochen. Für den Formenbau bei einer Logoprägung kommen 5 bis 7 Tage dazu.
Klären Sie Steuernummer, Rechnungsanschrift und Zahlungsziel vor Produktionsbeginn. Das Muster wird gesondert berechnet.
Logo und Nachbestellung
Ein Logo kommt auf drei Wegen aufs Kupfer: Prägen mit einer Form, Lasergravur, Ätzen. Die Form kostet beim ersten Mal, ab 100 Stück ist sie pro Stück die günstigste Lösung, und da wir die Form aufbewahren, zahlen Sie sie beim zweiten Auftrag nicht noch einmal.
Über einen Zwischenhändler gehört die Form nicht Ihnen. Drei Monate später kann dieselbe Ware in einer anderen Werkstatt liegen und Sie stehen ohne Nachschub da. Genau darin liegt der Vorteil des direkten Wegs: auch nach zwei Jahren kommt für ein zerbrochenes Teil dasselbe Teil zurück.











