Nicht alles, was als Kupfer verkauft wird, ist Kupfer. Drei Nachahmer begegnen uns immer wieder: kupferfarben lackierter Stahl, Messing mit hauchdünner galvanischer Kupferschicht und Aluminium, das in derselben Farbe eloxiert wurde. Hinter Glas wirken alle drei echt. In der Hand braucht die Unterscheidung zwei Minuten.
Magnet
Halten Sie einen Kühlschrankmagneten daran. Kupfer ist nicht magnetisch. Bleibt der Magnet haften, ist das Stück kein Kupfer, darunter steckt Stahl oder Eisen. Fällt er ab, ist noch nichts bewiesen, denn Messing und Aluminium sind ebenfalls nicht magnetisch. Der Test schließt aus, er bestätigt nicht.
Gewicht
Kupfer wiegt 8,9 Gramm pro Kubikzentimeter, Aluminium 2,7. Von zwei gleich großen Tabletts ist das kupferne dreimal so schwer. Ein Tablett von 30 cm aus einem Millimeter Kupfer bleibt nicht unter 600 Gramm. Fühlt sich ein Stück schwerer an als erwartet, ist das ein gutes Zeichen. Federleicht heißt Aluminium.
Klang
Das Stück auf den Fingerspitzen halten und mit dem Fingernagel anschlagen. Kupfer gibt einen tiefen, kurzen, dumpfen Ton, der sofort verklingt. Aluminium klingt blechern und dünn. Stahl klingt lange nach. Allein ist das schwer zu beurteilen; legen Sie zwei Stücke nebeneinander, hören Sie den Unterschied sofort.
Der Kratztest
Suchen Sie eine unsichtbare Stelle, etwa die Bodenkante, und schaben Sie dort mit dem Messerrücken oder feinem Schleifpapier eine kleine Fläche frei. Die Farbe darunter beantwortet alles.
- Weiter dasselbe rötliche Orange: massives Kupfer.
- Gelb kommt hervor: verkupfertes Messing.
- Silbergrau kommt hervor: Stahl, Zink oder Aluminium.
Eine Galvanik ist meist wenige Mikrometer dick, etwa ein Zehntel eines Haares. Schon ein Fingernagel hebt sie ab. Bei massivem Kupfer können Sie schaben, so lange Sie wollen, die Farbe bleibt, weil kein anderes Metall darunter liegt.
Verkupfert oder massiv
Verkupfern heißt, per Elektrolyse eine dünne Kupferschicht auf ein anderes Metall zu ziehen; das geschieht der Optik wegen. Massives Kupfer wird aus dem Blech geschnitten, getrieben und am Griff vernietet. Stellen Sie eine verkupferte Mokkakanne auf die Flamme, ist die Schicht nach wenigen Monaten weg und das gelbe oder graue Metall darunter liegt frei. Fragen Sie vor dem Kauf nach der Stärke: bei Küchenkupfer sind 0,8 bis 1,5 mm üblich. Wer weder Gewicht noch Stärke angibt, arbeitet meist mit dünnem Blech.
Was der Preis verrät
Kupfer wird an der Börse gehandelt, der Rohpreis ist öffentlich. Wenn ein Kilo Kupferblech seinen festen Materialwert hat, kann ein fertiger Topf gleichen Gewichts nicht darunter verkauft werden; Arbeit, Zinn und Fracht kommen obendrauf. Ein handgearbeiteter Kupfertopf zum halben Preis vergleichbarer Stücke ist entweder verkupfert oder aus papierdünnem Blech. Bei Kupfer bestimmt das Gewicht den Preis, nicht die Verzierung.
Patina
Der geduldige Test lautet: abwarten. Echtes Kupfer dunkelt an der Luft von selbst nach, das Rot vertieft sich in wenigen Monaten, und in einer feuchten Küche setzt sich ein grünlicher Schimmer an. Glänzt ein unlackiertes Stück nach einem Jahr noch wie am ersten Tag, ist es entweder kein Kupfer oder es steckt unter Klarlack. Schneller geht es so: einen Tropfen Zitronensaft auf eine nachgedunkelte Stelle geben, nach fünf Minuten abwischen. Auf echtem Kupfer bleibt ein hell rötlicher Fleck, auf verkupferten oder lackierten Flächen passiert nichts.











